
Bezirksamt Pankow von Berlin
Abteilung Jugend und Immobilien, Jugendamt
18. Oktober 2011, 10.30 - 17.00 Uhr
KFJE Go, Schönhauser Allee 165, 10435 Berlin
Programm:
10.30 Uhr: Begrüßung durch Klaus Kalb (Bezirksamt Pankow von Berlin, Abt. Jugend und Immobilien, Jugendamt, Fachdienst 1) und Bernard Könnecke (Dissens e.V.)
10.45 Uhr: Fachvortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Detlef Pech (Humboldt-Universität zu Berlin): Von Bildungsverlierern und Männermangel - Themen der Debatten um Jungenförderung kritisch hinterfragt
12.00 Uhr: Fachvortrag und Diskussion mit Michael Cremers (Koordinationsstelle 'Männer in Kitas', Mitglied im Bundesvorstand der BAG Jungenarbeit): Geschlechterpolitische Haltungen in der geschlechterbezogenen Pädagogik mit Jungen - Ein Diskussionsbeitrag
13.00 Uhr: Mittagspause
14.00 Uhr: Workshops
16.00 Uhr: Kaffeepause
16.15 Uhr: Präsentation der Workshopergebnisse, Diskussion, Ausblicke
17.00 Uhr: Ende
Moderation: Bernard Könnecke (Dissens e.V.)
Teilnahmebeitrag: 3,00€ / 5,00€
Anmeldung unter: jug1500@jugendportal-pankow.de oder keller@kinderring-berlin.de
Weitere Informationen unter: 030 90295 7265 (Jugendamt Pankow, Fachdienst 1) oder 030 4406 214 (Kinderring Berlin e.V.) oder per Email, siehe oben.
Ein Fachtag in Kooperation von Kinderring Berlin e.V. (www.kinderring-berlin.de), Dissens e.V. (http://www.dissens.de/), dem Bezirksamt Pankow von Berlin (Abt. Jugend und Immobilien, Jugendamt, Fachdienst 1) und der AG Jungenarbeit (Pankow).
Vorträge
Prof. Dr. Detlef Pech (Humboldt-Universität zu Berlin):
Von Bildungsverlierern und Männermangel - Themen der Debatten um Jungenförderung kritisch hinterfragt
Der Vortrag setzt sich mit zwei zentralen Strängen der öffentlichen Diskussion auseinander: Zum einen mit der nun seit zehn Jahren diskutierten Behauptung, Jungen seien die neuen Bildungsverlierer und einem ebenso breit aufgegriffenen Vorschlag zur Veränderung des konstatierten Problems, nämlich es müsste mehr Männer insbesondere in Grundschulen und Kitas geben. Er zeigt auf, wie bestimmte Formen der Debatte dem pädagogischen Handeln im Weg stehen können und schlägt alternative Zugänge zum Thema Jungenförderung vor.
Michael Cremers (Koordinationsstelle 'Männer in Kitas',
Mitglied im Bundesvorstand der BAG Jungenarbeit):
Geschlechterpolitische Haltungen in der geschlechterbezogenen Pädagogik mit Jungen - Ein Diskussionsbeitrag
Während in den öffentlichen Debatten Jungen in erster Linie in reduzierter und homogenisierender Weise als Schulverlierer, Gewalttäter und Amokläufer in den Blick geraten, ist der Forschungsstand zur Jungenforschung und Jungenarbeit mittlerweile sehr ausdifferenziert. Der Blick hat sich dafür geschärft, welche Probleme es verursacht, wenn die Bedürfnisse, Interessen und Handlungen von Jungen vereinheitlicht werden (die Jungen). Zunehmend setzt sich eine subjekt- und ressourcenorientierte Perspektive in der Jungenarbeit durch, wobei Jungen in ihrer Differenziertheit wahrgenommen und in ihrer selbstbestimmten Entwicklung reflexiv begleitet werden (sollten). Hierbei müssen Akteure der Sozialen Arbeit Fragen zur Lebensbewältigung in den Vordergrund stellen. Welche Wege können (dürfen) Jungen gehen und welche sind ihnen (werden ihnen) verstellt? Welche Unterstützung ist eigentlich nötig, was fehlt den jeweilig Betroffenen? Damit stellt sich aber nicht nur die Frage nach individuellen Potentialen, sondern ebenfalls die Frage nach Macht und Zugang zu Ressourcen.
Workshops
1. Was ist nötig und möglich, um den Ansatz der geschlechterbezogenen Pädagogik mit Jungen in die Pankower Jugendhilfestrukturen zu implementieren?
Referent: Michael Cremers (Koordinationsstelle 'Männer in Kitas', Mitglied im Bundesvorstand der BAG Jungenarbeit):
Ausgehend von den am Vormittag im Vortrag präsentierten Inhalten wird im Workshop diskutiert, welche Konsequenzen sich für die Implementierung geschlechterbezogener Pädagogik mit Jungen in die pädagogische Praxis ergeben.
2. Bedarfe für Jungenarbeit im Kontext der Kooperation zwischen Schule und Freizeiteinrichtungen
Referent_innen: Bernhard Keller (Kinderring Berlin e.V.), Christiane Schaer-Nagel (GFAJ e.V., Sozialarbeiterin an der Grundschule Wolkenstein)
Ausgehend von einer Recherchearbeit im Jahr 2010 zum Thema "Handlungsbedarf hinsichtlich einer Entwicklung von jungenspezifischen Angeboten" an Schulen, Kinderklubs und bei der Polizei, werden den Teilnehmenden die Ergebnisse der Untersuchung vermittelt, um im Anschluss anhand von "best practice" Beispielen, aber auch von misslungenen Erfahrungen konkrete Ansatzpunkte für gelungene Angebotsstrukturen zu entwickeln. Die Teilnehmenden sind eingeladen, ihre eigenen Erfahrungen einfließen zu lassen.
3. Künstlerisches Arbeiten mit Jungen
Referent: Frank Begemann (Dissens e.V.)
Anhand eines Praxisbeispiels aus Pankow soll gezeigt werden, wie künstlerisches Arbeiten mit Jungen aussehen könnte. Was bedarf der Pädagoge/Künstler für seine Arbeit? Wie funktioniert ein künstlerischer Prozess? Fernab einer Ideallösung sollen bereits gemachte Erfahrungen von den Workshopteilnehmer_innen eingebracht und diskutiert werden. Die Teilnehmer erarbeiten gemeinsam ein Kurzvideo, das als Skizze funktionieren könnte und erhalten damit ein Rüstzeug und etwas Mut für ein potentielles Projekt. Frank Begemann (Diplom für Bildende Künste und Dipl. Sozialpädagoge) hat sich als Freier Künstler spezialisiert auf „Jungenarbeit und Kunst" (http://www.fuzzy-kids.de/).
4. Jungenarbeit - Wie fange ich an? Erste Schritte zu einer veränderten Praxis
Referent: Bernard Könnecke (Dissens e.V.)
Was brauche ich eigentlich, um erste Schritte hin zu einer geschlechterreflektierenden Arbeit mit Jungen zu unternehmen? Im Workshop werden zunächst thesenartig wesentliche Voraussetzungen und mögliche Ansatzpunkte zur niedrigschwelligen Veränderung der Arbeitspraxis von Pädagog_innen vorgestellt. Dabei werden verschiedene Ebenen des Alltags von Kinder- und Jugendeinrichtungen, Kita und Schule berücksichtigt. Die Vorstellung und Diskussion von Praxisideen soll zur Vertiefung der Debatte um die Arbeit mit Jungen beitragen. Außerdem werden ausgewählte Methoden und Materialien vorgestellt.
5. Väter in Pankow
Referent: Marc Schulte (Väterzentrum Berlin)
Wie können wir in Pankow ein Netzwerk für Arbeit/Angebote für Väter (und ihre Kinder) knüpfen? Welche Erfahrungen gibt es in anderen Bezirken? Welche Angebote gibt es schon und welche sollten wie entwickelt werden?